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Start2018-12-12T10:27:55+00:00

DIGITALISIERUNG IN BRANDENBURG

Die digitale Agenda ist vielfältig und umfangreich. Für Brandenburg wurden sieben Handlungsfelder herausgearbeitet, für die derzeit geeignete Maßnahmen entwickelt werden. Wir wollen Digitalisierung als Entwicklungschance für unser Land verstehen, als Gestaltungsmöglichkeit mit erheblichen Innovations- und Wachstumschancen.

Wie Brandenburg in einigen Jahren unter den Vorzeichen einer positiven Digitalisierung aussehen könnte, hat der Digitalbeirat des Landes in zehn Thesen zusammengefasst. Die zehn Zukunftsthesen des Digitalbeirats können Sie hier ansehen.

HANDLUNGSFELDER

Grundlage für die Daseinsvorsorge und Teilhabe in der digitalen Welt sind digitale Infrastrukturen aller Art. Neben der hochleistungsfähigen Versorgung mit Breitband und Mobilfunk gehören dazu auch die Energieversorgungsnetze oder die Versorgung mit IT-Infrastruktur / Basiskomponenten für die Nutzung von digitalen Diensten.

Digitalkompetenz ist zentrale Voraussetzung für die souveräne Nutzung digitaler Geräte und Anwendungen. Dies betrifft alle Generationen von jung bis alt. Hiermit verbunden ist auch ein Wandel aller Bildungsträger von der Schule oder Hochschule bis zu den Museen und Bibliotheken. Digitale Souveränität setzt auf neue Wissensvermittlung und -erhalt auf. Lebenslanges Lernen wird angesichts der schnellen Innovationsgeschwindigkeiten von größter Bedeutung sein. Open Access sichert den freien und schnellen Zugang zu neuesten Erkenntnissen z. B. in der Wissenschaftslandschaft.

Brandenburg blickt auf eine erfolgreiche Wirtschafts- und Cluster-Politik zurück, die Grundlage auch für die digitalen Themen sein wird. Der Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft ist zentral. Der digitale Wandel spielt aber auch den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Tourismus, Bauwirtschaft oder auch für den Medienstandort Brandenburg eine zunehmend größere Rolle. Start-Ups und Gründungen brauchen beste Bedingungen, um Ideenreichtum in Brandenburg voranzutreiben und für wirtschaftlichen Erfolg und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu nutzen.

Gleichzeitig steht auch die Arbeitswelt vor großen Veränderungen. Fast alle Berufszweige sind betroffen. Hier gilt es, „Gute Arbeit“ in der digitalen Welt zu verankern und berufliche Weiterbildung sicherzustellen, damit alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit dem Veränderungsdruck der Digitalisierung Schritthalten können. Gleichzeitig müssen die Potenziale der Digitalisierung für den Arbeitsmarkt genutzt werden: Digitalisierung kann Fachkräftemangel entgegenwirken, Arbeitsabläufe effizienter gestalten und damit zur Individualisierung, Flexibilisierung und auch Barrierefreiheit von Arbeitsplätzen beitragen.

Brandenburg ist als Flächenland geprägt vom ländlichen Raum und großen Distanzen, die im Alltag zu überwinden sind. Digitalisierung kann helfen, Distanzen zu überwinden. Themen wie Mobilität und Verkehr oder Telemedizin und Pflege spiele hier eine große Rolle. Auch veränderten Ansprüchen an attraktives Wohnen, Arbeiten und Alltagsleben kann mit den Mitteln der Digitalisierung begegnet werden. Familien und Senioren können ebenfalls im Alltag von der Digitalisierung profitieren. Zu einem attraktiven Leben gehört auch die Digitalisierung und digitale Nutzung des reichen Kulturerbes bzw. des aktuellen Kulturlebens im ganzen Land.

Eine digitale öffentliche Verwaltung ermöglicht es, Abläufe bürgerfreundlicher zu gestalten, Prozesse zu optimieren und möglicherweise den „Weg zum Amt“ ganz durch einen digitalen Zugang oder eine antragslose Leistung zu ersetzen. Die Einführung von digitalen Akten, Bürgerkonten und eine zeitgemäße Identifikation sind Ausdruck moderner Verwaltung. Die Steuerverwaltung blickt mit „Elster“ bereits auf eine erfolgreiche und bürgerfreundliche Antragsdigitalisierung zurück. Auch die Justizverwaltung wird mit dem digitalen Wandel moderner. Den Kommunen kommt als „Ansprechpartner vor Ort“ eine besondere Rolle in der bürgernahen Digitalisierung zu.

Grundlage aller digitalen Anwendungen ist ein hoher Standard im digitalen Verbraucherschutz, in der Daten- und IT-Sicherheit. Verlässlichkeit und Vertrauen entscheiden auch in der digitalen Welt über die Akzeptanz von neuen Angeboten. Gleichzeitig müssen unlautere Geschäfte im Internet mit den modernsten Instrumenten und breiter Aufklärung unterbunden, aber auch Cyberkriminalität und -spionage wirksam durch staatliche Stellen bekämpft und unterbunden werden.

Digitalisierung wirft auch Chancen und Risiken für Demokratie und Engagement in der digitalen Gesellschaft auf. Die Demokratie lebt von freiem Informationsfluss und dem Einsatz der Bürgerinnen und Bürger für ihre Interessen. Dies gilt auch in der digitalen Welt, die ganz neue Vernetzungs- und Partizipationsmöglichkeiten schafft. Gleichzeitig entstehen auch neue Gefährdungen durch Filterblasen und Vernetzung von demokratiefeindlichen Kräften. Die Vielfalt der Gesellschaft und die Qualität von Medien muss auch in der digitalen Welt gesichert und weiterentwickelt werden. Gesellschaftliches Engagement bzw. das Ehrenamt kann ebenfalls von der Digitalisierung profitieren.