FreiRaum für digitale Ideen

29.05.2019

Kommune trifft Coworking-Space und Wirtschaft trifft digitale Transformation – die Networking-Veranstaltung „FreiRaum – BrandenburgDigital“ im ehemaligen Güterbahnhof in Potsdam brachte Akteure aus unterschiedlichen Bereichen zusammen. Rund 100 Gäste aus Kommunen, Coworking-Spaces, Wirtschaft, Bildung, Tourismus, Mobilität, Kultur und Gesundheit netzwerkten auf Einladung der Staatskanzlei am 27. Mai 2019. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB). Digitale Ideen wurden ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft und Inspirationen mit nach Hause genommen.

Eins wurde klar: In Brandenburg gibt es viele spannende digitale Ideen. An insgesamt zehn Thementischen stellten Initiativen ihre Digitalprojekte vor und diskutierten mit den Gästen über Herausforderungen, Lösungen und neue Konzepte für den digitalen Wandel im Bundesland. Der Fokus lag auf der Entwicklung ländlicher Regionen. Initiativen wie “Dörfer im Aufbruch”, “neuland21” oder die im “Netzwerk Zukunftsorte” zusammengeschlossenen Coworking-Spaces zeigten wie Digitalisierung ländliches Leben bereichert. Sich mit anderen zusammentun, frische Ideen ausprobieren und neue Kontakte zwischen alteingesessenen und neuen Bewohnern knüpfen – eine Bereicherung für viele Gemeinden.

FreiRaum

“Digital denken heißt vernetzt denken. Ich bin begeistert von dem Innovationsgeist, der in Brandenburg schon herrscht”, sagte Staatssekretär und Digitalkoordinator Thomas Kralinski in seiner Begrüßung.

Marco Beckendorf, Bürgermeister von Wiesenburg in der Mark, stellte den in seiner Gemeinde geplanten digitalen Campus vor und suchte auf dem Networking-Event nach weiteren Kooperationspartnern für das Projekt. Alte Gebäude und Industriebrachen sollen mit neuem Leben gefüllt werden. Am 15. Juni fällt der Startschuss für das KoDorf Wiesenburg. Interessierte sind herzlich willkommen. Bis 2025 sollen in Wiesenburg neue Arbeitsräume für Unternehmen, Initiativen und Kooperationen sowie eine Siedlung aus Tiny Houses entstehen.

Eine große Herausforderung im Flächenland Brandenburg wurde am Nachbartisch besprochen: attraktive und rentable Mobilitätsangebote auf dem Land. Silvia Hennig, Geschäftsführerin der Initiative Neuland 21, diskutierte mit den Teilnehmern über den Einsatz eines modernen Rufbusses in ländlichen Regionen, den Nutzer über eine App bestellen können – eine Ride-Sharing-Alternative für dünn besiedelte Gebiete. Reges Treiben herrschte auch am Tisch des “Netzwerks Zukunftsorte”. Philipp Hentschel stellte einige Coworking-Spaces aus Brandenburg vor und diskutierte über neue Lebens- und Arbeitsformen auf dem Land.

Das international aufgestellte Unternehmen Rolls-Royce gewährte Einblicke in die Arbeit der Labs für Künstliche Intelligenz in Dahlewitz. Klaus Paul stellte die R² Data Labs  vor und diskutierte u. a. über die Vernetzung mit dem digitalen Fachkräftenachwuchs. Sven Weickert stellte  das Digitallabor “Wirtschaft 4.0” der Unternehmerverbände Berlin-Brandenburg (UVB) vor. Das Labor bietet Unternehmen Hilfestellungen und Beratung rund um digitale Kompetenzen, neue agile Führungsstrukturen und digitale Lösungen für Arbeitsprozesse. Warum nicht eine Schichtübergabe per Video statt mit Formularen? Die Idee stammt aus einem Projekt mit Auszubildenden. Kreativ und querdenken –  das ist auch die Kernaufgabe des “Digitalwerks” in Werder. Eine “Wünsch-dir-was-Frage”, die Gedankenschranken überwindet und gute Ideen sprudeln lässt. Wie lassen sich komplexe Begriffe wie BlockChain oder KI anschaulich erklären? In Werder wird ausprobiert, getüftelt und an Erlebnisstationen gebastelt. Geschäftsführerin Michaela Scheeg zeigte wie man “eckige Themen” so anpacken kann, dass sie Spaß machen.

FreiRaum

Julia Thoms stellte digitale Tourismusprojekte in Brandenburg vor. Die Tourismus-Marketing GmbH wurde für ihr Content-Management-System, das ein bisschen wie ein Lego-Baukasten funktioniert, im vergangenen Jahr mit dem deutschen Tourismuspreis ausgezeichnet und arbeitet mit der Deutschen Bahn und dem ADAC in Pilotprojekten zusammen. Aus dem Werner-Forßman-Klinikum Eberswalde waren Steffi Miroslau und Kurt Petzuch angereist und zeigten am digitalen Visite-Wagen wie Vernetzung und Austausch zwischen  Kliniken und Ärzten das Leben von Patienten retten und in ländlichen Regionen die bestmögliche Behandlung ermöglichen.

Auch im Impulsvortrag von Professor Tino Schuppan vom Stein-Hardenberg Institut (SHI) ging es um digitale Konzepte für den ländlichen Raum. Weniger die Technik als vielmehr der praktische Nutzen und die konkrete Anwendung müssten dabei im Fokus stehen, so Schuppan. Für die Entwicklung echter innovativer Angebote sei es wichtig, eine Kooperationskultur zu etablieren, sodass Akteure aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenkommen, um gemeinsam anwenderorientiert neue Ideen zu entwickeln. Es brauche Treiber, die einen Innovationsprozess anschieben und Hindernisse überwinden helfen. Staatssekretär und Digitalkoordinator Thomas Kralinski griff diesen Gedanken bei seiner Schlussrede auf und ergänzte, dass eine Vernetzung über Grenzen hinweg in der digitalen Welt immer wichtiger werde. Die Veranstaltung „FreiRaum – BrandenburgDigital“ sei dafür beispielgebend und sollte in dieser oder anderer Form wiederholt werden.

Durch den Tag führte Professor Thomas Thiessen, Leiter des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums.

Weitere Informationen
Pressemitteilung “Konferenz ‘FreiRaum’ sammelt Ideen für digitale Zukunft”
Programmablauf der Veranstaltung

Impulsvortrag Professor Schuppan

Ausgewählte Tweets zur Veranstaltung

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