Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg

Vorstellung der Digitalstrategie

Vorstellung der Brandenburger Digitalisierungsstrategie
v.l. Sven Slazenger (Interlake GmbH), Digitalkoordinator Staatssekretär Thomas Kralinski, Prof. Dr. Cornelia Weltzien (Agrarforschungsinstitut ATB)

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Das Kabinett hat am 11. Dezember 2018 die “Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg” verabschiedet.

Die Strategie listet auf über hundert Seiten in sieben Handlungsfeldern 200 Maßnahmen für die Digitalisierung Brandenburgs auf.

Den Text der Digitalisierungsstrategie können Sie hier als PDF herunterladen.

Smartphone am See: Brandenburgs Weg in die digitale Zukunft

Die übergroße Mehrzahl der Brandenburgerinnen und Brandenburger benutzt heute Smartphones. Wir haben uns daran gewöhnt, Mails auf dem Telefon zu checken, mit der App den nächsten Zug zu suchen, per Internet Nachrichten und Fotos zu verschicken oder mit dem Navi unseren Urlaubsort zu finden. Das Smartphone hat unser Leben verändert – und vereinfacht – wie kaum eine technische Innovation zuvor. Dabei ist das Smartphone gerade mal zehn Jahre alt.

Staatssekretär Thomas Kralinski

Staatssekretär Thomas Kralinski (Foto: Ulf Büschleb)

Das „kluge Telefon“ ist dabei nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was Digitalisierung heute und vor allem in Zukunft vermag. Digitalisierung wird die Art und Weise, wie wir leben, lernen, arbeiten und wohnen weiter fundamental verändern. Dass wir diese Veränderungen aktiv gestalten und nicht von ihnen überrollt werden – diesem Ziel dient unsere Digitalisierungsstrategie, die wir in den vergangenen zwei Jahren entwickelt haben. Um was geht es also?

Erst einmal geht es um den Aufbau einer guten digitalen Infrastruktur. Wir in Brandenburg sind zwar Spitzenreiter in Ostdeutschland, aber noch lange nicht zufrieden. Allein das Land stellt in den kommenden Jahren etwa 200 Millionen Euro bereit, damit das schnelle Internet in alle Ecken kommt. Vielerorts laufen bereits die Bauarbeiten, anderswo werden sie in Kürze beginnen. Unser Ziel ist, dass Anfang der 2020er Jahre eine umfassende Gigabit-Infrastruktur im ganzen Land zur Verfügung steht. Bereits 2019 werden wir etwa 1.200 kostenlose WLAN-Hotspots in Brandenburg einrichten.

Was ist nun das Brandenburgische an der Digitalisierung? Wie sieht unsere Vision vom digitalen Brandenburg aus?

Zunächst bedeutet Digitalisierung, dass in unserem Flächenland die Distanzen schrumpfen. Wege aufs Amt können in Zukunft wegfallen, wenn sich Behördenvorgänge online erledigen lassen. Wenn Busse und Bahnen vernetzt fahren oder gar autonom, werden wir mobiler – auch auf dem Land. Wenn Ärzte online mit ihren Patienten und untereinander kommunizieren, spart das manchen Weg und manche Wartezeit – und führt zu besserer Gesundheitsversorgung.

Vor allem werden wir Digitalisierung und ländlichen Raum miteinander verknüpfen – ein Thema, das in Deutschland bisher eher vernachlässigt wurde. Wir wollen, dass die Distanzen zwischen Stadt und Land kleiner werden, dass der ländliche Raum mittels Digitalisierung (noch) lebenswerter und attraktiver wird. Dabei können wir in Deutschland vorbildlich werden. Schon jetzt entstehen Co-Working-Spaces gerade auch im ländlichen Raum – weil sie gute Infrastruktur optimal mit gutem Leben und gutem Arbeiten verbinden können. Mit selbstständig fahrenden Bussen oder Autos wird sich öffentlicher Verkehr ganz anders organisieren lassen. Gerade für die Mobilität im ländlichen Raum besteht da eine große Chance. Heute mag es zwar noch wie Zukunftsmusik klingen, doch die Digitalisierung kann und wird unsere ländlichen Räume weiter beleben, attraktiver und anziehender machen.

Gleichzeitig profitieren wir in Brandenburg enorm von Berlin in unserer Mitte. Wir wollen uns enger mit Berlin abstimmen und Win-win-Situationen erzeugen – wenn es beispielsweise um die Vernetzung der Startup-Szene geht, wenn es darauf ankommt, clevere Ideen schneller in gute Produkte und Dienstleistungen zu übersetzen. Gemeinsam können wir eine große digitale Innovationsregion im Herzen Europas werden.

Auch auf Bildung und Gesundheit werden wir in Brandenburg besonders achten. Deshalb wollen wir in die digitale Infrastruktur unserer Schulen, Hochschulen und Krankenhäuser investieren. Wir werden eine Schulcloud für alle Schulen etablieren, um so die Vorteile des Netzes in die verschiedenen Fächer zu tragen. Damit wollen wir Vorreiter in Deutschland sein. Und wir wollen zusammen mit der Wirtschaft zusätzliche Digitalprofessuren etablieren, um Chancen und Nutzen der Digitalisierung weiter voranzutreiben.

Unsere Digitalisierungsstrategie soll helfen, ressort- und fachübergreifend nach neuen Lösungen dafür zu suchen, wie wir das Leben in Brandenburg einfacher und besser machen können. Das ist die zentrale Herausforderung von Digitalisierung. Gerade auch in der Verwaltung sollen Prozesse vor allem einfacher werden. Das geht sicherlich nicht in einem Schritt – entscheidend ist, dass wir mit dem Umzudenken beginnen. In den kommenden Jahren werden wir deshalb im Land mindestens 450 Millionen Euro in die Digitalisierung investieren.

Dabei ist uns bewusst, dass sich die Welt weiterdreht. Beim Thema Digitalisierung ist die Entwicklungsgeschwindigkeit enorm. Neue Themen – wie etwa künstliche Intelligenz – werden uns beschäftigen. Deshalb werden wir unsere Digitalisierungsstrategie kontinuierlich fortschreiben, um immer auf der Höhe der Zeit zu sein. Mit Ihnen. Seien Sie dabei! Denn gemeinsam leitet uns die Vision vom Leben mit dem Smartphone am See.

Thomas Kralinski

Staatssekretär und Digitalkoordinator der Landesregierung