Ob ein neuer Dorftreffpunkt, Mehrgenerationen-Wohnprojekte oder ein Öko-Pfad – die Initiative “Dörfer im Aufbruch” aus dem Landkreis Oder-Spree sammelt auf einer Online-Plattform gute Ideen aus ganz Deutschland. Zugleich bietet sie einen kostenlosen Online-Kurs an, bei dem Interessierte lernen, wie Dörfer lebendig und langfristig gestaltet werden können.

In vielen Dörfern engagieren sich Bewohnerinnen und Bewohner mit kreativen Ideen für die Zukunft ihrer Heimat. Staatskanzleichef Martin Gorholt zeichnete die Initiative “Dörfer im Aufbruch” des Vereins ZERAP Germany am 21. August in Steinhöfel im Landkreis Oder-Spree als “Demografie-Beispiel des Monats” August aus.

Gorholt: “Hilfe zur Selbsthilfe – das ist das richtige Mittel, um regional angepasste Lösungen zu ermöglichen und zugleich das Selbstbewusstsein und die Heimatverbundenheit zu stärken. Wer etwas aus eigener Kraft schafft, ist stolz darauf! ‚Dörfer im Aufbruch‘ will dazu beitragen, wirtschaftlich tragfähige, nachhaltige Lösungen zu entwickeln. An Ideen mangelt es nicht, aber wir müssen auch die Spielräume zur Verwirklichung innovativer Ansätze schaffen. Manchmal gibt es Hindernisse in Form von Rechtsvorschriften, manchmal auch ‚lediglich‘ in den Köpfen. Mit dieser Auszeichnung möchte ich alle Brandenburgerinnen und Brandenburger ermutigen, sich aktiv mit neuen Ideen und Konzepten in die Gestaltung ihres Dorfes einzubringen. Notwendig ist aber auch, dass Entscheider in Politik und Verwaltung Neues zulassen und sich auf Augenhöhe mit den Akteuren auseinandersetzen.”

Zukunft selbst gestalten

Markus Haastert, Vorstandsvorsitzender: “Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, mit der nicht nur wir, sondern auch die vielen inspirierenden Projekte und Vorbilder, die wir auf unserer Plattform vorstellen, Anerkennung finden. Wir sind der festen Überzeugung, dass die Lösung für fast jede Herausforderung bereits besteht und dass Menschen mit den richtigen Methoden die sprichwörtlichen Berge versetzen können. Unsere Initiative Dörfer im Aufbruch ermächtigt Menschen, ihre Zukunft selber zu gestalten.”

Bei dem Online-Kurs lernen Interessierte, wie das Dorf für die Zukunft fit gemacht werden kann. In einzelnen Kapiteln werden Themen wie Teambildung, Treffen moderieren, Vorhaben finanzieren oder Nachhaltigkeit behandelt. Dabei wird die Entwicklung von dörflichen Geschäftsmodellen angestrebt, damit eine langfristige Dorfentwicklung auch unabhängig von Fördermitteln erreicht werden kann. Als ein Beispiel wird die Nutzung einer ehemaligen Schule als Seminarzentrum aufgeführt, die Gewinne kommen der Dorfentwicklung zugute. In einem anderen Ort gründeten die Einwohner eine Aktiengesellschaft, die sich als Innovations- und Investitionsgemeinschaft versteht.

Online-Rat von DiANA

Gegenwärtig arbeitet der Verein am Projekt “DiANA – die virtuelle Co-Moderatorin”. DiANA hilft Hürden einzelner Projektphasen zu nehmen und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.  Ende des Jahres sind dazu verschiedene Workshops geplant.

Einzelne Maßnahmen von ZERAP wurden vom Bundesfamilien- sowie vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert. Im vergangenen Jahr wurde der Verein für sein Digitalprojekt “Dörfer im Aufbruch” im bundesweiten Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen” als einer von 100 Vorhaben ausgewählt.

Mehr Informationen zur Initiative “Dörfer im Aufbruch” finden Sie hier:

https://www.doerfer-im-aufbruch.de/

Das Projekt „Dörfer im Aufbruch” ist ein weiteres Beispiel auf dem „Marktplatz der Möglichkeiten“, mit dem die Staatskanzlei innovative, nachahmenswerte Initiativen im Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels vorstellt. Die “Demografie-Beispiele des Monats” werden im Rahmen des Internetauftritts “Marktplatz der Möglichkeiten” unter www.demografie.brandenburg.de veröffentlicht.